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STEIRISCHER JUNGBAUER AUF ERFOLGSKURS

Hofbesuch bei Thomas Niederl

WUSSTEN SIE, DASS ÖSTERREICH DEN HÖCHSTEN ANTEIL AN JUNGLANDWIRTEN IN DER EU HAT?

Jeder fünfte Bauer in Österreich ist unter 40 Jahre. Wie auch Bio-Jungbauer Thomas Niederl, 27 Jahre alt, aus Kohlberg bei Gnas. Er hat sich 2013 für Geflügelzucht entschieden. Wir haben ihn besucht, um mehr über den sympathischen Landwirt zu erfahren und Einblick in seine Arbeit zu bekommen.

Mit Landwirtschaft ist Thomas Niederl schon seit Kindesbeinen vertraut, da auf dem Hof der Niederls Hühnerhaltung schon seit Jahrzehnten betrieben wird. Das hat Thomas auch motiviert, neben seinem Beruf als Maschinenbautechniker und -schlosser die Ausbildung zum Geflügelfacharbeiter zu absolvieren, natürlich mit Erfolg. 2013 pachtete er dann Stallungen eines benachbarten Bauern, um selbständig als konventioneller Hühnermäster zu starten. Als 2016 die Söhne des Verpächters Stallungen wieder selbst nutzen wollten, war für Thomas klar – ein eigener Stall muss her. In der Südoststeiermark beheimatet und regional stark verwurzelt, wandte sich Niederl an Lugitsch. Mit Geflügelexperte Walter Iber besichtigte er einige Stallungen. Das überzeugte ihn, seinen Stall zu 100% für Biomast auszurichten und kurz darauf ging es an die Umsetzung.

Der Bio-Geflügelstall von Lugitsch-Partner Thomas Niederl ist mit 2 x 4.800 Biomasthühnern belegt. Der in Vormast und Endmast aufgeteilte Stallkomplex hat im Inneren zwei eingestreute und mit Sitzstangen ausgestattete Stallbereiche, die durch den räumlich mittig platzierten Vormastbereich getrennt sind. Weiters einen Wintergarten als Übergangsbereich zum ausgiebig Sandbaden und einer anschließenden großen Weide mit Nussbäumen zur Beschattung und zum Schutz vor Greifvögel. Hier draußen genießen die Tiere die Sonne und wir sind fasziniert vom unglaublichen Weitblick über die steirischen Hügel, der sich hier unseren Augen bietet. Im Vormastbereich wird der Stallboden für die Küken zusätzlich mit einer Hackschnitzelheizung beheizt, um für die ersten Tage höchsten Tierkomfort zu bieten.

Der Bio-Stall steht niemals leer, denn alle sechs Wochen kommen neue Küken in den Vormastbereich, während in den Endmaststallungen 2 x 4.800 Tiere untergebracht sind. In der Vormast bleiben die heranwachsenden Bio-Hühner maximal 4 Wochen. Erst dann kommen die voll befiederten Hühner in den Endmastbereich, wo sie zu einem Alter von 8-9 Wochen heranwachsen bis zur Schlachtreife. So arbeitet Thomas Niederl in einem reibungslos ineinandergreifenden Mastturnus. 

Mindestens zweimal täglich macht er seine Kontrollgänge, gibt seine Mast-Daten, wie Wasser- und Futterverbrauch, im Gockelweb ein und kontrolliert die technischen Anlagen.

Thomas ist Vollzeitbauer aus Überzeugung. Seit dem Tot seines Vaters unterstützen ihn seine Mutter und seine Frau auf dem Hof. Ein Arbeiter geht ihm bei der Bewirtschaftung der 12 ha Anbaufläche zur Hand. Die Ernte, die aus Kürbiskernen, Weizen und Mais besteht, verkauft Thomas Niederl in Eigenregie an regionale Abnehmer.

Eine Vergrößerung ist zur Zeit nicht geplant. „Ich bin zufrieden, wenn alles so reibungslos weiterläuft, wie bisher, meine Tiere gesund sind und meine Familie und ich ausreichend von der Landwirtschaft leben können“, so der junge Landwirt, der vor knapp drei Wochen geheiratet hat. Wir wünschen dem jungen Paar alles Gute für die Zukunft, Thomas weiterhin viel Erfolg und sagen danke für die tolle Zusammenarbeit.