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GRÜNFÜTTERUNG IM STALL

WAS BEACHTET WERDEN MUSS

Weidebetriebe, denen es an arrondierter Fläche für die ganze Weideperiode fehlt, nutzen gerne die Möglichkeit des Eingrasens. Die Grünfütterung spart im Vergleich zur Silierung und Heubereitung nicht nur Kosten, sondern bringt auch arbeitswirtschaftliche Vorteile.


Grünfutter ist eiweiß- und zuckerreich, enthält viele Vitamine und hat einen hohen Energiegehalt. Zudem ist das Futter, sofern sauber geerntet wurde, sehr schmackhaft und hat keine Bröckelverluste. Da Grünfutter zu 75 bis 85 % aus Wasser besteht und sehr voluminös ist, muss man auf eine ausreichende Futtervorlage achten. Hierbei ist eine öfter aufeinanderfolgenden Futtervorlage zu bevorzugen, da das die Gefahr von Erwärmungen reduziert und somit Energieverluste und Verdauungsprobleme vorbeugt.

AUF QUALITÄT ACHTEN

Gras muss möglichst frisch verfüttert werden, um Nacherwärmung zu verhindern. Neben der Futterverschmutzung, ist auch auf die richtige Wuchshöhe zu achten. Kurzes, junges Gras wird zu schnell gefressen und weist zu wenig Struktur auf. Langes Gras eignet sich nicht für hochleistende Tiere.

LANGSAMER FUTTERWECHSEL

Rasche Futterwechsel verursachen Probleme in der Verdauung und führen unter anderem zu Durchfall. Weiters wird Grünfutter, aufgrund der Schmackhaftigkeit, oft sehr hastig gefressen. Deshalb sollte bei Beginn des Eingrasens der Grasanteil in der Ration langsam erhöht werden und wenn möglich auch bei Schlechtwetterphasen bestehen bleiben. Am Ende des Eingrasens ist es wichtig, den Grasanteil wieder langsam zu reduzieren. Fressen die Tiere trotzdem zu hastig, empfiehlt es sich, vor dem Eingrasen die Tiere mit Heu oder Silage zu sättigen.

KRAFTFUTTER ANPASSEN

Bei höheren Grünfutteranteilen in der Ration muss nicht nur auf das richtige Kraftfutter sondern auch auf die Menge geachtet werden. Ab 30 % Gras in der Ration können ca. 1-2 kg Kraftfutter pro Kuh pro Tag gespart werden, ohne das mit einem Leistungsrückgang zu rechnen ist. Es empfiehlt sich auf ein Kraftfutter mit einem höheren Anteil an pansenschonenden Komponenten, wie Körnermais oder Weizenkleie, zu wechseln.

MINERALVERSORGUNG ANPASSEN

Bei Weidehaltung sowie beim Eingrasen, darf nicht auf das Verfüttern von Mineralstoffmischungen und Viehsalz verzichtet werden. Gras hat viel Calcium und Kalium. Deshalb, wenn möglich, 2-3 Wochen vor der Kalbung auf Grünfütterung verzichten. Ansonsten steigt das Milchfieberrisiko. Bei raschem Graswachstum kann eine magnesiumreiche Mineralstoffmischung erforderlich sein. Ihr Lugitsch Fütterungsberater unterstützt Sie gerne bei der Auswahl der richtigen Grünfutterergänzung.

DI Cornelia Sixt