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Verband der Köche Österreichs


STEIRERHUHN IM GESPRÄCH MIT DEM 

VERBAND DER KÖCHE 

ÖSTERREICHS

VOM BERUF ZUR BERUFUNG BIS HIN 

zur Leidenschaft

Weihnachten steht vor der Tür und damit verbunden auch viele Weihnachtsfeiern sowie Galaabende und zahlreiche Feste zum Jahreswechsel. Gekrönt mit kulinarischen Köstlichkeiten, die für die Gäste in den zahlreichen Hotels und Gaststätten kreiert und serviert werden. Doch wer steckt hinter alledem? Es sind erfahrene Köche und junge Anwärter, die gemeinsam brennen für ihren Beruf und aus einem alt bewährten Handwerk eine wahre Kunst entwickeln. Im Verband der Köche Österreichs bündelt sich das Wissen, die Kreativität und die Leidenschaft rund um diese Zunft! Steirerhuhn steht für Qualität. Deshalb war es für uns ein Muss, den Verband zu unterstützen und so fördern wir 2019 nicht nur gemeinsam den Nachwuchs, sondern agieren auch zusammen als Botschafter für die hochwertigen, heimischen Produkte und die österreichische Gastronomie. Wie aus Kochen Leidenschaft wird, hat uns Franz Labmayer, Obmann des VKÖ Steiermark in einem Interview verraten.

Red.: Herr Labmayer, zuerst einmal Gratulation an den Verband und die Jugend-Nationalmannschaft, die im November in Luxemburg mit Doppelgold den Weltmeistertitel nach Österreich geholt hat! Die Vorbereitungen waren sicher zeitintensiv?

Franz Labmayer: Viel Fleiß, Schweiß & Herzblut fließen in so ein Projekt, Trainer und Mannschaft geben alles und sie hatten neben den normalen Trainingseinheiten noch einen Monat Intensivtraining direkt vor der WM. Mit dem Erreichen dieses Titels ist die Chance sehr groß, dass die Branche und alle Akteure des Tourismuslandes Österreich sehen, was die Köche in Österreich leisten können und wie spannend dieser Beruf sein kann! Der sogenannte „Heilige Gral“ der kulinarischen Welt steht jetzt in Österreich und wir werden uns auch in Zukunft anstrengen, dass er hier bleibt.

Red.: Erzählen Sie uns ein wenig über sich und den Verband!

FL.: Ich bin Lehrer an der Tourismusschule Bad Gleichenberg, war selbst viele Jahre in der Top Gastronomie als Küchenchef tätig und bin seit 4 Jahren Obmann des steirischen Köcheverbandes. Der VKÖ (Verband der Köche Österreichs) existiert mit kleinen Unterbrechungen mittlerweile schon seit 1902, davon über 20 Jahre auch in der Steiermark.

Red.: Welche Ziele verfolgen Sie im Verband?

FL.: Unser Ziel ist es, unsere Mitglieder zu unterstützen, zu fördern und vor allem zu motivieren, insbesondere die Berufsjugend. Wir sehen unsere Aufgabe darin, den Köchinnen und Köchen Österreichs eine Stimme zu geben, dem Kochberuf das Image als einer der schönsten, kreativsten und spannendsten Berufe zu vermitteln. Wir fördern fachliche und persönliche Weiterbildung von Kolleginnen und Kollegen, pflegen die kulinarische Tradition Österreichs und bereiten den Kochberuf auf die Zukunft vor. Wir richten Kochwettbewerbe und Kochkunstausstellungen aus und nehmen an solchen teil. Aktuell trainiert unser „Kulinarik Team Steiermark“ schon fleißig und intensiv für die Teilnahme an der Olympiade 2020 in Stuttgart. Weiters gibt es im Februar 2019 die Steiermark Ausscheidung für das Duell der Jungköche und im Herbst 2019 den Teambewerb „Junge Steirer kochen kreativ“ in Zusammenarbeit mit dem Circle des Chefs Graz. 

Ebenso tragen wir zur Aufklärung, Sensibilisierung und Förderung von mehr Genuss und gesunder Ernährung bei und setzen uns für die Verminderung von Lebensmittelabfällen ein.

Red.: Warum hat für Sie die Nachwuchsförderung so einen hohen Stellenwert?

FL.: Aktuell mangelt es an Nachwuchs in der gesamten Tourismusbranche, aber vor allem in der Küche. Das hat zum einen mit den Arbeitszeiten und zum anderen mit der anstrengenden Ausbildung zu tun, die dieser Beruf mit sich bringt. Unsere Aufgabe sehen wir nun darin, der Jugend mit unseren verschiedenen Aktivitäten zu zeigen, welche unglaublichen Möglichkeiten dieser Beruf mit sich bringt und dass dieser Beruf durchaus attraktiv und eine gute Wahl sein kann.

Red.: Welche Vorteile bringt der Beruf des Koches Ihrer Meinung nach mit sich?

FL.: Oh, da gibt es einige. Die Jobaussichten sind sehr gut. Gute Köche und Köchinnen sind gefragt. Man kann national und international arbeiten, kommt viel in der Welt herum, lernt tolle Leute kennen, baut sich ein gutes Netzwerk auf, hat sehr viel Abwechslung bei der Ausübung dieses Berufes und kann auch sehr kreativ arbeiten.

Red.: Was würden Sie einem Gastrobetrieb empfehlen, um engagierte Lehrlinge anzuwerben?

FL.: In der Vergangenheit wurden unbestritten einige Fehler gemacht, vor allem in der Gestaltung der Arbeitszeiten, sodass der eine oder andere Lehrling sicher mit dem von ihm verlangten Arbeitspensum überfordert war. Hier muss ein Umdenken stattfinden. Denn wenn der Nachwuchs kein Interesse mehr an der Gastronomie zeigt, dann bleibt die Frage, wo geht der Gast morgen hin und was kann er für sein Geld erwarten? Die Generation, die jetzt heranwächst, braucht flexiblere Arbeitszeitgestaltung, sie sucht nach Selbstverwirklichung im Beruf, will eine faire Bezahlung, entsprechend Freizeit und will gefördert werden, um die eigene Kreativität auch im Betrieb auszuleben. Der Chef ist nicht nur mehr der Arbeitgeber, sondern fungiert auch als Mentor. Wer diesen Weg in Zukunft beschreitet, wird auch gute Mitarbeiter bekommen und eine Win-Win Sitution generieren.

Red.: Wie gestaltete sich die Jugendförderung über den Verband im Detail?

FL.: In erster Linie arbeiten wir eng mit den Ausbildungsbetrieben und den Schulen (LBS und Tourismusschulen Bad Gleichenberg) zusammen. Weiters versuchen wir jungen Leute bereits in den Grundschulen das Kochen näher zu bringen. Es gibt da ein Projekt, das nennt sich „Koch trifft Schule“, welches darauf abzielt, schon im Kindesalter eine gewisse Begeisterung fürs Kochen mit frischen Produkten zu entwickeln. Im Februar 2019 starten die Vorausscheidungen zu einem österreichweiten „Duell der Jungköche“.  Die Betriebe, in denen die Teilnehmer arbeiten und die Kochlehrer der Berufsschulen, die zum Großteil Mitglieder im Verband sind, unterstützen uns hierbei intensiv. Eine Zusammenarbeit mit der Berufsschule bietet sich vor allem deshalb an, weil diese sehr gut ausgestattet ist, praxisorientiert lehrt und auch die Zeit und die Möglichkeiten zur Verfügung stellt, um die SchülerInnen gezielt auf solche Wettbewerbe vorzubereiten. Die Schule lädt auch regelmäßig ausgesuchte Entscheidungsträger aus Gastronomie und Wirtschaft zu Testessen ein, um ein kontinuierliches Feedback zu bekommen und letztendlich das perfekte Ergebnis für unsere Wettbewerbteams erzielen zu können

Red.: Wie viele Mitglieder zählt der steirische Verband aktuell?

FL.: Seit ich Obmann bin hat sich die Zahl von damals 60 (2015) inzwischen verdoppelt, mit einer weiterhin steigenden Tendenz. Viele Köche sehen eine Mitgliedschaft sehr wohl als Bereicherung und Imageförderung.

Red.: Vor kurzem durften wir als Gäste das 1. Fashiondinner besuchen. Es fand im Mailandsaal der LBS Bad Gleichenberg statt und war in jeder Hinsicht ein voller Erfolg. Auf welche Aktivitäten dürfen wir uns 2019 freuen?

FL.: Wie schon erwähnt, beginnen wir Anfang des Jahres mit den Vorausscheidungen für das „Duell der Jungköche“ im Februar. Im Herbst (Termin wird noch gesucht) heißt es dann in Zusammenarbeit mit dem „Circle des Chefs“ Graz  „Junge Steirer kochen kreativ“, ein steirischer Wettbewerb, bei dem engagierte Jungköchinnen und Jungköche in 2er-Teams zum 13. mal ihr Können unter Beweis stellen werden. Weitere Überlegungen sind gerade in Vorbereitung wie z.B. Kochshows, -bewerbe, - präsentationen im Rahmen der Kochbuchmesse in Graz, vom 27. – 30.05.2019 und Kreativwettbewerbe zu verschiedenen Spezialthemen, evtl. „Steirerhuhn, kulinarisch international“ uvm.

Red.: Großartige Aussichten für 2019. Dann darf ich im Namen des Steirerhuhn Teams viel Erfolg wünschen und weiterhin viel Kraft für Ihr Engagement. Wir werden gespannt verfolgen, was in weiterer Folge Tolles auf den Tisch gezaubert wird.

Mehr Infos zu steirischen Kochverband sind online abrufbar unter: steiermark.vko.at