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Instabile Silagen


WIE KANN IHNEN ENTGEGEN GEWIRKT WERDEN?

In der heißen Jahreszeit treten vermehrt warme Silagen im Stock, sowie am Futtertisch und Schimmelbildung auf. Dies kann zu einer Vielzahl von Erkrankungen führen, wie zum Beispiel zu Euterentzündungen, Durchfall und einem reduzierten Fettgehalt in der Milch. Wichtig für die Landwirte ist, die Erwärmung der Silage rechtzeitig zu erkennen und dem vorzubeugen.

Erwärmte Silagen weisen einen höheren Gehalt an Hefen und Pilzsporen auf, die neben einer Erwärmung auch eine Schimmelbildung verursachen können. Solche Silagen schwächen nicht nur das Immunsystem der Tiere, sondern sie verlieren auch an Schmackhaftigkeit und an Nährstoffen.

URSACHEN

Die Ursachen reichen von zu hohen Trockenmassegehalten über unzureichende Verdichtung, fehlerhafte Abdeckung bis hin zu einem geringen Vorschub. Die Silierrichtlinien sind unbedingt einzuhalten. Klappt es dennoch nicht, muss folgenden Punkten vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt werden. Wenn die Anschnittsfläche vor starkem Regen geschützt wird, sollte das Schutznetz über den Anschnitt gelegt werden. Wird hingegen eine Folie darüber gelegt, entsteht ein Treibhauseffekt und die Nacherwärmung wird begünstigt. Je trockener/älter die Silage ist, umso kürzer muss gehäckselt werden. Hier sollte beim Siliermitteleinsatz darauf geachtet werden, dass chemische Mittel, welche die Nacherwärmung verhindern, in Verwendung kommen. Biologische Siliermittel machen Silagen in erster Linie schmackhafter und besser verdaulich, aber nicht stabiler. Werden speziell die oberen Ränder des Silostockes warm, kann die Füllhöhe des Silos der Grund dafür sein. Bei starker Siloüberfüllung ist es nicht möglich das Siliergut an den Rändern ausreichend zu verdichten. Durch den ungleichmäßigen Druck des Reifens passiert es, dass am Rand eher wieder Siliergut gelockert wird.

WAS TUN?

Wird die Silage an der Anschnittsfläche warm, sollte sofort nach der Entnahme der Anschnitt mit z.B.: Propionsäure stabilisiert werden. Es empfiehlt sich, auch Säuren oder Salze direkt beim Silieren zuzusetzen. Vor allem die oberen 70cm sollten bei suboptimalen Silierbedingungen mit chemischen Siliermitteln behandelt werden. Erwärmt sich das Futter erst am Futtertisch, sollte nicht nur der Silostock mit Säure (nach jeder Entnahme) behandelt, sondern auch der Futtertisch täglich von den Futterresten gereinigt werden. Es hilft auch, wenn das Vorlegen des frischen Futters erst in den Abendstunden erfolgt. Bildet sich kurz nach dem Abdecken eine Gärgashaube, ist das ein gutes Zeichen. Wenn dann auch noch der Silo mind. 6 Wochen geschlossen bleibt, hat die Silage beste Qualitätsvoraussetzung.