LANDWIRTSCHAFT & TOURISMUS
Das Urlaubsland Österreich braucht Regionalität am Teller
Mit 157 Millionen Nächtigungen war 2025 das stärkste Jahr im österreichischen Tourismus. Der Hauptgrund, warum Menschen ihren Urlaub hier verbringen, ist die schöne Landschaft – gepflegt von Bäuerinnen und Bauern.
Doch dieses Fundament bröckelt: Die heimische Landwirtschaft steht massiv unter Druck. Warum deshalb Österreichs Gastronomiebetriebe gefragt sind, erklärt
der Verein Land schafft Leben.
Bäume, Büsche und Gestrüpp so weit das Auge reicht. Ohne die Arbeit von Bäuerinnen und Bauern könnten wir sprichwörtlich den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen. Die scheinbar unberührte „Natur“, die jährlich Millionen von Urlauberinnen und Urlaubern nach Österreich zieht, ist alles andere als naturgegeben. Unsere Kulturlandschaft ist, wie es der Name schon verrät,
kultivierte Landschaft. Die Landwirtschaft hat sie geformt und pflegt sie bis heute.
RISSE IM TOURISMUS-FUNDAMENT
Doch jeden Tag sperren hierzulande statistisch gesehen neun Bauernhöfe zu. Zwischen 2020 und 2023 war das ein Verlust von 10.000 Höfen. Wirtschaftlicher Druck zählt zu den Hauptgründen, warum die Anzahl landwirtschaftlicher
Betriebe, aber auch die Almflächen in Österreich stark zurückgegangen sind. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Lebensmittelproduktion und Österreichs Versorgungssicherheit, sondern auch auf die Landschaft und die touristische Attraktivität. Würden Bäuerinnen und Bauern Wiesen nicht mehr mähen, Felder, Wälder und Weingärten nicht mehr bewirtschaften oder kein Weidevieh mehr auf die Almen treiben, dann würde sich nach und nach Wald ausbreiten. Keine guten Aussichten für den Tourismus, denn eine monotone Landschaft wäre für Urlaubsgäste weniger ansprechend.
DIE LÖSUNG LIEGT AUF DEM TELLER
Das Urlaubsland Österreich braucht seine Bauernhöfe. Nur wenn die Produkte der Bäuerinnen und Bauern auch gekauft werden, kann das Geben und Nehmen zwischen Tourismus und Landwirtschaft weiter bestehen.
Die Lösung: beim Essen ansetzen.
Österreichs kulinarisches Angebot ist für viele Menschen eine Reise wert. Hier kommen Restaurants, Wirtshäuser, Almhütten und Co. ins Spiel. Sie bestimmen täglich, was auf den Tellern ihrer Gäste landet. Indem die Gastronomie österreichische Lebensmittel serviert, vergibt sie einen Produktionsauftrag an die heimische Landwirtschaft. Die Herkunft der Lebensmittel muss bisher nicht verpflichtend auf der Speisekarte angegeben werden. Engagierte Betriebe, die dies freiwillig tun, schaffen wertvolles Bewusstsein. Es braucht aber auch Gäste, die selbst aktiv werden. Oft hilft es schon, beim Servicepersonal nachzufragen, woher die Zutaten kommen. Wer fragt, zeigt Interesse und setzt ein Zeichen. Je öfter wir zeigen, dass uns die Herkunft unseres Essens wichtig ist, desto mehr Gastronomiebetriebe werden diese auch kennzeichnen.
Wie aus Wald Kulturlandschaften entstanden sind, warum wir sie so schön finden und was die ersten Tourismus- Hotspots waren, gibt’s kostenlos im Report „Landwirtschaft, Lebensraum und Tourismus“ nachzulesen.
https://www.landschafftleben.at/
