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Lugitsch News

Forschung mit Weitblick

Im Forschungsstall der Geflügelzucht Eichkögl (GZE) wird seit mehreren Jahren intensiv an der Zukunft der Legehennenhaltung gearbeitet. Das Ziel: die Weiterentwicklung von Fütterung und Haltung zur ökonomisch und biologisch sinnvollen Verlängerung der Lebens- und Legezeit der Hennen. Mit unserer Forschung möchten wir nachhaltigere, wirtschaftlich tragfähige Produktionsbedingungen schaffen und dafür sorgt unser Forschungsteam rund um Projektleiter Christian Bsteh.

FORSCHUNG IN DER PRAXIS

Seit der Inbetriebnahme des Forschungsstalls im Jahr 2021 wurden dort bereits zwei praxisnahe Versuchsreihen erfolgreich durchgeführt; ein dritter Durchgang läuft derzeit. In Bodenhaltung sind 5.000 Legehennen in zwei Forschungsgruppen zu je 2.500 Tieren eingestallt. Die Gruppen sind nur durch ein Gitter getrennt und die getrennten Silos, Futter- und Tränkelinien ermöglichen die Erprobung verschiedener Futtermittel oder Zusätze bei sonst gleichen Bedingungen. Die Geflügelzucht Eichkögl wurde mit innovativer Technik und neuster Stallüberwachung ausgestattet, um alle nötigen Parameter aufzeichnen sowie wissenschaftliche Analysen und belegbare Ergebnisse erhalten zu können.

Projektleiter Christian Bsteh hat durch das cloudbasierte Silo- und Stallmanagement stets den Überblick über die Daten und die Entwicklung der beiden Herden. Er steht in engem Kontakt zu Jonas Kienreich, der die Hühner vor Ort betreut, die Eier der beiden getrennten Linien zur Abholung bereitstellt.

Auch Lugitsch Fachberaterin Monika Hafenscher ist an der Dokumentation vor Ort beteiligt und bespricht anstehende Anpassungen mit dem jungen engagierten Landwirt.

FOKUS PROTEINREDUKTION

Der erste Versuchslauf (April 2021 bis März 2023) hatte ein ambitioniertes Ziel: Die Verlängerung der Legeperiode von bisher rund 80 auf 100 Lebenswochen. Erreicht werden sollte das durch eine gezielte Stabilisierung der Darmflora und eine Verbesserung der Futterzusammensetzung – weniger Rohprotein, dafür gezielter Einsatz von Aminosäuren. Das Ergebnis: Eine stabile Legeleistung über einen längeren Zeitraum und ein wichtiger Schritt in Richtung Ressourceneffizienz.

FOKUS WIRTSCHAFTLICHKEIT

Im zweiten Forschungsdurchgang (Juni 2023 bis September 2024) stand die Wirtschaftlichkeit im Mittelpunkt. Dabei wurde die vom Hersteller empfohlene Standardrezeptur mit einer in den letzten Jahren entwickelten, Hochperformance-Rezeptur verglichen. Die Ergebnisse überraschten: Trotz hoher Temperaturen im Hochsommer, die zum Zeitpunkt der maximalen Legeleistung zu einer Leistungsdepression führten, zeigten beide Rezepturen über die gesamte Legeperiode bis zur Ausstallung in LW 87 ein nahezu identisches Verhalten. Mit dieser optimierten Mischung kann man für eine Anwendung bis zur 85. Lebenswoche sehr gute Erfolge erzielen. Eine Erkenntnis, die Landwirten direkt zugutekommt, denn sie zeigt, dass durch gezielte Forschung eine günstigere Fütterung möglich ist, ohne Einbußen bei Leistung oder Eiqualität.

AKTUELL: EIGRÖSSE OPTIMIEREN

Im November 2024 startete die dritte Forschungsherde. Aufbauend auf den bisherigen Ergebnissen liegt der Fokus nun auf der Optimierung der Eigröße. Durch eine bewusst verzögerte Legephase sollen die Tiere mehr Zeit haben, Masse und Reife zu entwickeln. Das Ziel: konstant größere Eier, die den Anforderungen des Marktes entsprechen.

WARUM EIGENE FORSCHUNG ZÄHLT

Die Versuchsreihen zeigen eindrucksvoll, dass Forschung kein Selbstzweck ist, sondern ein direkter Nutzen für die Praxis entsteht. Ein zentraler Vorteil: Die gewonnenen Erkenntnisse fließen unmittelbar in die Produktentwicklung ein. Boštjan Novak, verantwortlich für das Produktmanagement Geflügelfutter, nimmt die Ergebnisse der Versuche gezielt auf und integriert sie in die Weiterentwicklung und Optimierung der Futtermittelrezepturen. Dadurch entstehen Futtermittel, die nachweislich funktionieren und messbare Vorteile bringen. Für Landwirtinnen und Landwirte bedeutet das: mehr Sicherheit in der Fütterung, verlässliche Ergebnisse und eine solide Basis für wirtschaftliche Entscheidungen. Gerade in Zeiten steigender Produktionskosten und wachsender Anforderungen an Tierwohl und Nachhaltigkeit können optimierte, praxiserprobte Futtermittel den entscheidenden Wettbewerbsvorteil bieten.

 

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