Festtagsbraten mit Beigeschmack
Warum es Transparenz am Teller braucht.
Wer zu Weihnachten einen festlichen Geflügelbraten auftischt, entscheidet damit nicht nur über das Feiertagsmenü. Hannes Royer, Bio-Bergbauer und Gründer des Vereins Land schafft Leben, über die Dringlichkeit einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung.
Gans, Ente, Pute oder Huhn – ein Geflügelbraten gehört für viele zum Weihnachtsfest dazu. Doch dabei feiern wir oft nicht nur einen Brauch, sondern leben auch eine gewisse Doppelmoral. Wir schreiben uns in Österreich hohe Tierwohlstandards auf die Fahnen, greifen aber dennoch häufig zu importiertem Geflügel aus Haltungsformen, die bei uns so gar nicht erlaubt sind.
Dabei ist die österreichische Geflügelwirtschaft ein echter Vorreiter: Die strengen Auflagen, unter denen die heimischen Geflügelbäuerinnen und -bauern arbeiten, gehen in vielen Bereichen weit über die EU-Standards hinaus. Wer beispielsweise ein heimisches Gansl kauft, kann sich zu hundert Prozent sicher sein, dass es Zugang ins Freie hatte – ganz egal, ob es biologisch oder konventionell gehalten wurde. Und auch bei Puten ist Österreich strenger: Weil es in vielen europäischen Ländern in der konventionellen Putenhaltung kaum verpflichtende Regeln zur Besatzdichte gibt, stehen dort meist eineinhalb bis doppelt so viele Tiere im Stall wie bei uns.
Und genau hier zeigt sich eine Schieflage, die wir in der Landwirtschaft deutlich spüren: Obwohl wir Geflügelfleisch in bester Qualität produzieren, landen jedes Jahr unzählige Gänse, Puten und Co. aus dem Ausland auf unseren Tellern. Schätzungen zufolge werden etwa drei Viertel der Gansln in der Gastronomie importiert, bei den Puten sind es sogar bis zu 95 Prozent. Schuld daran ist der Preis. Heimisches Geflügelfleisch ist teurer – die hohen Standards müssen sich schließlich auch bezahlt machen. Das, was wir den österreichischen Bäuerinnen und Bauern bei der Herstellung nicht erlauben, akzeptieren wir auf unseren Tellern aber oft ohne Weiteres. Für mich ist das absolut widersprüchlich.
Wir alle tragen auf der Konsumseite eine Mitverantwortung. Denn je nachdem, wofür ich mich entscheide, bestimme ich mit, wie Geflügelfleisch in Zukunft produziert wird. Das Problem dabei: Oft fehlen die grundlegenden Informationen. Nur wenn ich klar erkennen kann, wo das Fleisch herkommt, unter welchen Standards es produziert wurde und mir so auch den Auswirkungen meines Konsums klar werden, kann ich ganz bewusst auswählen. Deshalb brauchen wir dringend eine durchgängige Herkunftskennzeichnung. Und zwar nicht nur im Supermarkt, sondern vor allem auch in der Gastronomie. Der Festtagsbraten ist mehr als ein kulinarischer Höhepunkt. Er ist ein Symbol dafür, ob wir tatsächlich das fördern, was wir fordern.
Der Verein Land schafft Leben klärt transparent und unabhängig über österreichische Lebensmittel und deren Produktion auf und schafft Bewusstsein für die ökologischen und gesundheitlichen Auswirkungen unseres Lebensmittelkonsums.
Wir alle tragen auf der Konsumseite eine Mitverantwortung. Denn je nachdem, wofür ich mich entscheide, bestimme ich mit, wie Geflügelfleisch in Zukunft produziert wird. Das Problem dabei: Oft fehlen die grundlegenden Informationen. Nur wenn ich klar erkennen kann, wo das Fleisch herkommt, unter welchen Standards es produziert wurde und mir so auch den Auswirkungen meines Konsums klar werden, kann ich ganz bewusst auswählen. Deshalb brauchen wir dringend eine durchgängige Herkunftskennzeichnung. Und zwar nicht nur im Supermarkt, sondern vor allem auch in der Gastronomie. Der Festtagsbraten ist mehr als ein kulinarischer Höhepunkt. Er ist ein Symbol dafür, ob wir tatsächlich das fördern, was wir fordern.
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